Umgestaltung Marktplatz und Umgebung – Wahl der Pflastermaterialien

Betreff
Umgestaltung Marktplatz und Umgebung – Wahl der Pflastermaterialien
Vorlage
X/0205
Aktenzeichen
61-23-13
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag:

1. Auf Grundlage der Sachdarstellung wird die Verwaltung beauftragt, eine vorbereitende Bürgerbeteiligung zur Auswahl des Pflastermaterials durchzuführen. Die Auswahl der Materialitäten erfolgt über ein Online-Voting. Die endgültige Entscheidung über die Verwendung des Pflastermaterials obliegt weiterhin dem Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen.

 

2. Darüber hinaus wird die Verwaltung beauftragt, eine Bürgerbeteiligung zu weiteren Gestaltungselementen durchzuführen und die Ergebnisse zur abschließenden Entscheidung dem APBW vorzulegen.

 

Sachdarstellung:

Der prägende Bereich der Schwerter Innenstadt um den Marktplatz und den anschließenden kleinen Markt sowie die angrenzenden Straßenräume stellen einen wichtigen Ort der Begegnung und Kommunikation innerhalb des Schwerter Stadtgefüges dar. Den gesteigerten Ansprüchen an die Gestaltqualität sowie der Funktionalität kann dieser Raum allerdings nicht mehr gerecht werden. Daher gilt es den Marktplatz sowie seine angrenzenden Bereiche neuzugestalten und zukunftsfähig, unter der Abwägung unterschiedlichster Belange, auszurichten. In der Sitzung des Rates am 24. Februar 2021 (DS X/0174 und DS X/0181) wurde der Baubeschluss zur Umgestaltung des Marktplatzes und der Umgebung gefasst und die Verwaltung beauftragt die weiteren Leistungsphasen 3-5 HOAI zu erarbeiten.

 

Im Rahmen der Überplanung des Marktplatzes und der näheren Umgebung stellt die Neugestaltung der Oberfläche einen wesentlichen Baustein dar, um den zukünftigen Ansprüchen an die Barrierefreiheit sowie einer attraktiven Gestaltung, die Bezug zur umliegenden Bebauung nimmt, gerecht zu werden. Dabei wird das bestehende Pflaster des Marktplatzes und des kleinen Marktes ausgetauscht, stellenweise hergerichtet und wiederverwendet. Das Pflaster, welches sich zur Wiederverwendung eignet, setzt sich aus dem dunklen Basaltstein und dem helleren großformatigeren Ruhrsandstein zusammen. Das wiederverwendbare Pflaster wird um weitere Pflastermaterialen ergänzt.

 

Die Wahl des Pflastermaterials ist eine zentrale Fragestellung für die zukünftige Gestalt und Wahrnehmung des Marktplatzes, da die Oberfläche das Plangebiet über Jahrzehnte prägen wird. Daher gilt es bei der Entscheidung der Materialität genau abzuwägen.

 

Zur Verdeutlichung des gestalterischen Eindrucks und Verdeutlichung der Auswahlmöglichkeiten werden auf dem Marktplatz Musterflächen hergestellt, die von politischen Vertreter*innen und Bürger*innen ab dem 23.04.2021 besichtigt und begangen werden können. Darüber hinaus zeigt die Darstellung in Anlage 2 die Varianten der Oberflächenmaterialien, diese kann die Gestaltung allerdings nur annäherungsweise verdeutlichen. Ein verlässlicher Eindruck der Materialien kann nur durch eine Besichtigung vor Ort erfolgen, sodass diese vor der Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Wohnen am 28.04.2021 um 16 Uhr angeboten wird. Die auf dem Marktplatz dargestellten Flächen sollen den Schwerter Bürger*innen anschließend mittels Online-Voting zur Wahl gestellt werden. Die endgültige Entscheidung über die Verwendung des Pflastermaterials obliegt weiterhin dem Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen.

 

 

Pflasterzusammenstellung

 

Im Vorfeld wurde in Abstimmung zwischen der Stadtverwaltung und dem Büro Riehl Bauermann + Partner eine Vorauswahl getroffen, um die zur Wahl stehenden Musterflächen abzustimmen. Es sind zwei Oberflächenmaterialien für die in Anlage 1 bezeichneten Bereiche Außenflächen und Platzintarsie auszuwählen. Die Herleitung des Farbspektrums der zur Wahl stehenden Musterflächen orientiert sich in erster Linie aus dem vor Ort heimischen Ausgangsmaterial im Umfeld des Plangebietes, dem sog. „Ruhrsandstein“. Dieser weist eine grau-hellbräunliche Färbung auf und findet in Teilflächen bereits auf dem Markplatz Verwendung. Als weiteres prägendes Element am großen Markt wurde die St. Viktor Kirche betrachtet, welche aus einem helleren, sandfarbenen Naturstein errichtet wurde Diese zwei Farbrichtungen sind die wichtigen Orientierungsmaßstäbe für die Farbwahl. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit wurden zudem in der Regel regionale bzw. regionalnahe Gesteinsarten in der Auswahl präferiert, um die Lieferwege möglichst gering zu halten, sodass die Vorauswahl auf die Gesteinsarten „Ruhrsandstein“, „Wesersandstein“, „Piesberger Karbonquarzit“, „belgischer Porphyr“ sowie „Grauwacke“ gefallen ist. Aufgrund des Farbspiels der angrenzenden Fassaden, welches sehr heterogen in den Farben von rosa, über orange, gelb, schwarz, weiß bis hin zu Grün-/Brauntönen wechselt, wurden auf intensive Farben, wie Rottöne für das Pflastermaterial verzichtet. Durch die Verwendung von überwiegend grau und sandfarbenen Gesteinsarten kann diese Unruhe „aufgefangen“ werden.

 

Außenflächen

 

Variante 1

Der in „Passe Verband“ verlegte Naturstein, welcher außerhalb der Platzintarsie verlegt wird und somit einen Großteil des Plangebietes einnimmt, besteht aus den Natursteintypen „Wesersandstein“, „Ruhrsandstein“, „Piesberger Karbonquazit“ sowie dem „Belgischen Porphyr“. Bei dem „Ruhrsandstein“ wird überwiegend, der bestehende, schon auf dem Marktplatz verlegte „Ruhrsandstein“ genutzt. Der „Wesersandstein“ stellt in diesem Fall den höchsten Anteil, gefolgt von dem „Piesberger Karbonquarzit“. Die Kantenlänge der Natursteine beläuft sich auf 14 cm * 19 cm. Zudem sind die Steine gesägt, sodass die Oberfläche gleichmäßig glatt und somit ein Höchstmaß an Barrierefreiheit aufweist. Die Rutschfestigkeit bleibt gewährt. Die Mehrkosten belaufen sich auf ca. 280.000 € brutto.

 

Variante 2

Als Alternative zum Natursteinpflaster steht die Verlegung von Betonsteinpflaster im „Römischen Verband“ zur Wahl. Die Pflastersteine weisen dabei unterschiedliche Kantenlängen auf. Die Ausschreibung hat vergaberechtlich ohne Herstellerbezug zu erfolgen, die Musterflächen sind zur Veranschaulichung mit Betonsteinen der Firma RINN hergestellt. Hierbei werden Steine des Typs „Cosmo Large“ in den Farbtönen „Cool Grey 1-3“ sowie „Sand Grey 1“ verwendet. Die Bezeichnung würde für eine Ausschreibung herstellerneutral mit Angabe der gewünschten Farbe angepasst. Auch bei dem Betonsteinpflaster ist die Oberfläche glatt und rutschfest.

 

Platzintarsie

 

Variante 1

Für die Platzintarsie auf dem Marktplatz wird ein kleinformatiges Natursteinpflaster verwendet, welches sich aus den Natursteinarten „Basalt“, „Wesersandstein“ und „Grauwacke“ zusammensetzt. Die Kantenlänge beläuft sich auf 8 cm * 11 cm. Hierbei stellt die „Grauwacke“ den größten Anteil in der Fläche. Als Reminiszenz an das bestehende Kleinpflaster sowie aus Gründen der Nachhaltigkeit wird der „Basalt“ aus den verlegten Pflasterbeständen wiederverwendet. Die Oberfläche des Natursteinpflasters weist einen gebrauchten Zustand auf. Demzufolge wurde das Pflaster in der Vergangenheit schon an anderer Stelle verlegt und ist über die jahrzehntelange Nutzung bzw. Begehung auf der Oberflächenseite begradigt, weist allerdings nicht einen glatten Zustand wie ein gesägter Stein auf.

 

Variante 2

Variante 2 entspricht im Grundsatz der Variante 1. Im Unterschied dazu werden die einzelnen Steine gesägt, sodass sie, wie in den Außenflächen, eine glatte aber dennoch rutschfeste Struktur aufweisen. Die Mehrkosten belaufen sich auf ca. 45.000 € brutto.

 

Haushaltsmäßige Auswirkungen

 

In der Haushaltsplanung 2021 stehen im Produkt 12.01.02.01, unter der Maßnahme I20200022
„Umgestaltung Markt und Umfeld“ bereits Auszahlungen in der Höhe von

4,25 Mio. EUR und 3,72 Mio. EUR Förderung für die Jahre 2021 und 2022 zur Verfügung:

 

Haushaltsjahr

Auszahlung

Einzahlung

2021

1.000.000

1.561.800

2022

3.250.000

2.161.000

4.250.000

3.722.800



 

 

 

Die Baumaßnahme soll in 2 Bauabschnitten ausgeführt werden, darüber hinaus notwendige Finanzmittel können daher zum Haushalt 2022 angemeldet werden.

 

 

Bei der Wahl der Pflastermaterialien sind folgende Mehrbelastungen zu beachten:

 

Außenflächen

 

 

Variante 1
Natursteinpflaster

(EUR)

Variante 2
Betonsteinpflaster

(EUR)

Finanzplan -einmalig-

Mehrkosten

- Förderung (80%)

= Differenz

 

280.000

-224.000

=  56.000

-

 

Finanzplan -jährlich-

-Tilgung

1.400

Ergebnisplan -jährlich/Mittelwert-
-Abschreibung und Zinsen

1.500

 

Platzintarsie

 

Variante 1
kleinformatiges
Natursteinpflaster

(EUR)

Variante 2
gesägtes kleinformatiges
Natursteinpflaster

(EUR)

Finanzplan -einmalig-

Mehrkosten

- Förderung (80%)

= Differenz

-

 

45.000

-36.000
=  9.000

Finanzplan -jährlich-

-Tilgung

250

Ergebnisplan -jährlich/Mittelwert-
-Abschreibung und Zinsen

250

 

Weiterer Planungsablauf

 

Die Stadt Schwerte hat fristgerecht zum 30.09.2020 einen Förderantrag zum Programm der Städtebauförderung 2021 bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht. Leider hat der Fördergeber mitgeteilt, dass die Stadt Schwerte im Städtebauförderungsprogramm 2021 aufgrund mehrfacher Überzeichnung des Programms nicht berücksichtigt werden kann. Die Verwaltung wird daher den Antrag zum Stadterneuerungsprogramm 2022 zum 30.09.2021 erneut stellen. Ein Beginn der Baumaßnahme kann daher erst in 2022 stattfinden.

 

Die Planungen des Büros RB+P befinden sich derzeit in der LPH 3 Entwurfsplanung. Entscheidungen zu den Themen Materialwahl (s.o.), Bepflanzungen und Begrünung, Spielgeräte unter der südlichen Lindenreihe und weiteren Gestaltungselemente stehen nunmehr an. Die Verwaltung schlägt vor, diese Entscheidungen im Rahmen einer Bürgerbeteiligung vorzubereiten und die Ergebnisse dem APBW zur abschließenden Entscheidung vorzulegen.


 

Gleichstellungsbelange:

 

Gleichstellungsbelange werden nicht berührt.

 

Inklusion:

Inklusionsbelange bezogen auf Einschränkungen in den Bereichen

 

(X) Beweglichkeit

(X) Sehen

(X) Hören

(X) Denken

(X) Fühlen

 

() werden nicht berührt.

(X) wurden berücksichtigt.

( ) wurden nicht berücksichtigt weil ___________________