Auslobung freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb - Umgestaltung Marktplatz und Umgebung

Betreff
Auslobung freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb - Umgestaltung Marktplatz und Umgebung
Vorlage
IX/1140
Aktenzeichen
61
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag:

 

1.      Die Durchführung des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbes zur Umgestaltung des Marktplatzes und seiner Umgebung wird beschlossen.

 

2.      Die Verwaltung wird beauftragt, die als Anlage beigefügte Auslobung des Wettbewerbs zu veröffentlichen.

 

 

 

Sachdarstellung:

 

Ausgangslage und Zielsetzung

 

Der zentrale Marktplatz und der anschließende kleine Markt sowie die daran angrenzenden Straßenräume Brückstraße und Hagener Straße stellen einen wichtigen Ort der Begegnung und der Kommunikation innerhalb des Stadtgefüges der Schwerter Innenstadt dar. Unterstrichen wird die Bedeutung als prägender öffentlicher Raum durch die angrenzenden Gastronomiebetriebe, die den Raum beleben sowie den Wochenmarkt und die zahlreichen Veranstaltungen, wie z.B. das Pannekaukenfest, die über das Jahr verteilt auf dem Marktplatz stattfinden. Zudem bildet der Bereich ein städtebaulich bedeutsames Scharnier, welches die Haupteinkaufszone der Schwerter Innenstadt mit der Altstadt und im weiteren Verlauf mit dem Naherholungsgebiet der Ruhr verbindet. Bildet der Marktplatz aufgrund seines funktionalen und repräsentativen Charakters traditionell die „gute Stube“ einer Innenstadt ab, so zeigt sich die Gestaltung des Schwerter Marktplatzes gegenwärtig nicht mehr zeitgemäß und widerspricht den Anforderungen an eine qualitätsvolle Stadtmitte. Dem öffentlichen Raum mangelt es z.B. an ansprechendem Stadtmobiliar, wie z.B. Mülleimern oder Sitzbänken, die auch unterschiedliche alters- und Nutzergruppen ansprechen. Weiterhin gilt es die Straßenbeleuchtung zu modernisieren und ggf. mittels zusätzlicher Beleuchtungselemente den Raum und prägenden Gebäude zu inszenieren. Im Rahmen der Umgestaltung gilt es darüber hinaus die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten. Eine neue barrierefreie Oberflächengestaltung begünstigt dabei nicht nur eine bessere Begehbarkeit für betagte Personengruppen und Kinderwagen, sondern auch die Säuberung und Pflege durch Reinigungsfahrzeuge.

 

Neben dem Marktplatz werden auch der Kleine Markt und die Teilbereiche der Hagener Straße und Brückstraße in die Umbaumaßnahme einbezogen. Der Kleine Markt wird durch den Trümmerschutz und die Müllsammelcontainer in seiner Aufenthaltsqualität erheblich beeinträchtig. Ebenso gilt es auch hier ggf. das Geländeniveau anzupassen oder zumindest eine ausreichende Barrierefreiheit herzustellen sowie ansprechendes Stadtmobiliar und Begrünungselemente zu integrieren. Darüber hinaus sind die Wegeverbindungen und deren Erscheinungsbild im Bereich der Hagener Straße und Brückstraße zu qualifizieren, sodass eine stärkere Verknüpfung zwischen Haupteinkaufszone und dem Marktplatz erfolgt. Für die Brückstraße ist neben der Aufwertung des öffentlichen Raumes auch über eine Neuanordnung der Bushaltestelle „Ruhrtalmuseum“ nachzudenken, die bislang nur provisorisch als Ersatzhaltestelle eingerichtet ist.

 

Die Umgestaltung des Marktplatzes wurde im Zuge der „Rahmenplanung - Zwischen Stadt und Fluss“ tiefergehend betrachtet. Es wurden detailliertere Maßnahmenvorschläge erarbeitet, sodass eine gute Ausgangssituation für ein tragfähiges und zukunftsfähiges Gestaltungskonzept für den Marktplatz und dessen Umgebung besteht, welches Bezüge zum städtebaulichen Kontext herstellt. Der Rahmenplan „Zwischen Stadt und Fluss“ wurde vom Rat der Stadt Schwerte in seiner Sitzung am 26.09.2018 (DS IX/0833) beschlossen.

 

Den vielfältigen Problem- und Fragestellungen, die mit der Umbaumaßnahme einhergehen, gilt es entsprechend zu begegnen, indem für das Gebiet ein qualitativ hochwertiger Lösungsvorschlag ausgearbeitet werden soll. Für die städtebauliche anspruchsvolle Aufgabe wird daher das Instrument des Wettbewerbsverfahrens verfolgt. Gegenstand des freiraumplanerischen Realisierungswettbewerbes ist die Bearbeitung der Problemstellung durch 15 Planungsbüros (überwiegend aus dem Bereich der Landschaftsarchitektur) mit anschließender Erarbeitung von Lösungsvorschlägen in Form einer Vorentwurfsplanung, die durch ein vorher definiertes und fachlich qualifiziertes Preisgericht bewertet und prämiert wird. Der erste Preisträger wird mit den weiteren Planungsleistungen beauftragt. Das Wettbewerbsverfahren ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil der Stadtplanung, da einerseits vielfältige Lösungsvorschläge im Verhältnis zu einem geringen Kostenaufwand (gegenüber einer Mehrfachbeauftragung) für den Auftraggeber erarbeitet werden, andererseits neben den etablierten Büros auch kleineren Büros die Möglichkeit gegeben wird, sich im Rahmen des Wettbewerbes zu messen. Untersuchungen ergaben zudem, dass die Einsparung der Kosten nach Durchführung des Wettbewerbes bei ca. acht bis neun Prozent des Bauvolumens liegen (Architektenkammer NW).

 

Durch die Betreuung mittels eines professionellen Wettbewerbsmanagements soll der Gesamtprozess gesteuert und organisiert und gleichsam die Interessen des Auslobers (Stadt Schwerte) und der Teilnehmer*innen gewahrt bleiben. Mit der Betreuung des Wettbewerbsverfahrens würde das Planungsbüro scheuvens + wachten plus aus Dortmund beauftragt, welches im Bereich des Wettbewerbsmanagement schon zahlreiche Erfahrungen sammeln konnte. Neben der formellen Abwicklung des Verfahrens erfolgt durch das Büro zudem die Moderation von diversen Beteiligungsformaten (Politik, Verwaltung, zentrale Akteure, Öffentlichkeit etc.) und die Einarbeitung der Ergebnisse in die Auslobung.

 

 

Finanzielle und haushaltsmäßige Auswirkungen einschließlich Folgekosten:

 

Die Kosten für die Durchführung des Wettbewerbes

Unter Vorbehalt des Beschlusses zum Haushaltsplanentwurf 2020 durch den Rat der Stadt Schwerte sind im Haushaltsplanentwurf 2020 durch die Verwaltung beim Produktsachkonto 12.01.02.01 – I20200022 Mittel in Höhe von 600.000 Euro veranschlagt.

 

Folgende Kosten fallen für das Jahr 2020 an (80 % Förderung):

Honorar Betreuung Wettbewerbes

(scheuvens + wachten plus):                                                56.977,20 Euro brutto

Preisgeld (verteilt auf max. fünf Preisträger):                       65.000,00 Euro brutto

Beauftragung des 1. Preisträgers mit weiteren

Planungsleistungen (LP 3-5):                                       ca. 600.000,00 Euro brutto

 (Teilrechnungen fallen in das HH-Jahr 2021)

Fachpreisgericht:                                                           ca.  20.000,00 Euro brutto (inkl. Reise- und Übernachtungskosten)

Anmietung von Räumlichkeiten für die Bürger-

beteiligung, Teilnahmekolloquium und Preisgericht:       ca.  5.000,00 Euro brutto

Catering:                                                                            ca. 2.000,00 Euro brutto

Druck Auslobung und Vorprüfbericht:                                ca.   500,00 Euro brutto

 

 

 

Gleichstellungsbelange:

 

Gleichstellungsbelange werden nicht berührt.

 

Inklusion:

Inklusionsbelange bezogen auf Einschränkungen in den Bereichen

 

(X) Beweglichkeit

(X) Sehen

(X) Hören

(X) Denken

(X) Fühlen

 

() werden nicht berührt.

(X) wurden berücksichtigt.

( ) wurden nicht berücksichtigt weil ___________________