Offene Jugendarbeit in Schwerte

Betreff
Offene Jugendarbeit in Schwerte
Vorlage
VIII/0512
Aktenzeichen
51-2
Art
Informationsvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Bericht über die offene Jugendarbeit in Schwerte wird zur Kenntnis genommen.

 

Sachdarstellung:

 

 

Die offene Kinder- und Jugendarbeit ist Teil der gesamten Kinder- und Jugendförderung der Stadt Schwerte. Sie umfasst im Prinzip alle Anbieter, die außerhalb der Schulen Lernorte für Kinder und Jugendliche bieten und die sich an den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen orientieren.

 

Aufgrund des vom Jugendhilfe- und Sozialausschuss formulierten besonderen Interesses wird über den derzeitigen Sachstand der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Schwerte berichtet. Die Gesamtschau der Kinder- und Jugendförderung erfolgt mit der Vorlage des Kommunalen Kinder- und Jugendförderplans 2011-2015.

 

Offene Jugendarbeit gründet auf § 11 SGB VIII „Jugendarbeit“:

 

„Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.“

 

Offene Kinder- und Jugendarbeit unterliegt wie viele andere Bereiche dem gesellschaftlichen Wandel. Angebote der offenen Arbeit dienen nicht mehr in erster Linie einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Sie müssen zunehmend gesellschaftliche Mängel kompensieren und unterstützend wirken.

Sie muss nah am jungen Menschen sein, niederschwellig, vielfältig, verlässlich, vernetzt, offen und professionell. Dies wird auch so praktiziert bzw. ist im Aufbau begriffen.

 

Offene Kinder- und Jugendarbeit in Schwerte umfasst deutlich mehr als das Vorhandensein von Jugendzentren im herkömmlichen Sinne und bildet ein wesentlich breiteres Spektrum ab, als „nur“ die Einrichtungen, die kommunal gefördert werden. Umgesetzt wird das Angebot sowohl vom kommunalen Träger als auch von Trägern der freien Jugendhilfe.

 

Die Angebote finden statt an festen und mobilen Standorten, an Wochentagen und Wochenenden, im Rahmen ganzjährig durchgängiger oder schwerpunktmäßig saisonaler Angebote, als (Teil-)offene Arbeit bzw. zielgruppenorientiert.

 

Die Einrichtungen werden mit 48% ganz überwiegend von Teens besucht, im Alter von 12 bis 15 Jahren. Die nächst größere Gruppe sind Jugendliche im Alter bis 18 Jahre. Grundschulkinder liegen bei knapp einem Fünftel der Besucher. Hier ist festzustellen, dass sich mit der Einführung der OGS insbesondere in Ergste und in Westhofen die Besucherstruktur hin zu jüngeren Kindern gewandelt hat. Zugleich ist zu bedenken, dass nicht alle Kinder, die die OGS besuchen, nach 16.00 Uhr noch ins Jugendzentrum gehen.

 

Den größten Anteil an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund verzeichnet die Villa Lichtblick mit 69%, knapp 20% davon sind Mädchen. Bei rund einem Drittel liegt der Migrationsanteil beim Kanu- und Surfverein und  im Paul-Gerhardt-Haus, beim Kleeblatt und im Jugendtreff Westhofen ist er minimal.

 

Aufgrund eines JSA-Beschlusses aus dem Jahr 2001 setzt sich der Zuschuss der Stadt Schwerte für die offene Jugendarbeit aus einer Pauschale je Quadratmeter und einer Pauschale je Stunde Wochenöffnungszeit zusammen. Gefördert werden nach diesem Verteilerschlüssel die beiden städtischen Jugendzentren, die Ev. Kirche für die Jugendarbeit im Paul-Gerhart-Haus und in Villigst, das Kleeblatt der Kath. Kirche, der Kanu- und Surfverein. Hinzu kommen für die vorgenannte ev. und kath. Jugendarbeit anteilige Personalkosten. Aufgrund vertraglicher Regelungen werden beim Jugendtreff Westhofen Personal- und Sachkosten finanziert. Die ökumenische Jugend 5,4 erhält aufgrund der Projektstruktur des Angebots eine pauschale Förderung.

 

Bei der Gesamtbetrachtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Schwerte wird deutlich, dass mit der bisherigen Förderpraxis lediglich ein Teil der Anbieter nach einem vorgegebenen Verteilerschlüssel gefördert wird. Mit der Überarbeitung des Kommunalen Kinder- und Jugendförderplans und Neukonzipierung der gesamten Kinder- und Jugendförderung in Schwerte kann auch die bisherige Förderpraxis der offenen Jugendarbeit überarbeitet werden.

 

 

 

Gleichstellungsbelange:

 

In den Einrichtungen werden derzeit vereinzelt Angebote in der Mädchenarbeit organisiert. In der Fortschreibung des kommunalen Kinder- und Jugendförderplans wird zukünftig der Schwerpunkt der geschlechtsspezifischen Pädagogik, insbesondere der geschlechtsrollenreflektierten Jungenarbeit, auszubauen sein.