Kindergartenentwicklungsplan (KEP) 2010

Betreff
Kindergartenentwicklungsplan (KEP) 2010
Vorlage
VIII/0153
Aktenzeichen
51-1
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Kindergartenentwicklungsplan 2010 wird in der als Anlage beigefügten Fassung mit der dargestellten Ausbauplanung der Plätze für Kinder unter 3 Jahren (U – 3 – Ausbau) beschlossen.

Sachdarstellung:

 

In diesem Jahr erfolgt die Erstellung des Kindergartenentwicklungsplans erstmals zeitgleich mit der Beantragung der Kindpauschalen, die gem. KiBiz zum 15.03. jeden Jahres an das Landesjugendamt zu richten ist. Die Zusammenführung der Daten erlaubt eine genauere Vorausschau auf die Entwicklung der Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege als bisher.

 

Meldung der Kindpauschalen zum 15.03.2010 an das Landesjugendamt:

 

Aus Anlage 1 können die dem Landesjugendamt zum 15.01.2010 gemeldeten Gruppenformen und Betreuungszeiten aller Kindertageseinrichtungen ersehen werden.

 

Folgende Veränderungen ergeben sich im Vergleich zum Vorjahr:

 

  1. Die Gesamtplätze in den Kindertageseinrichtungen werden zum 01.08.2010 von 1.382 auf 1.331 Plätze sinken. Der Grund liegt in der weiteren Umwandlung von 5 Kindergartengruppen mit jeweils 25 Plätzen in die neue Gruppenform I mit nur noch 20 Plätzen. Außerdem musste infolge des starken Geburtenrückgangs eine Kindergartengruppe im AWO-Kindergarten Westhellweg 218 geschlossen werden. Die AWO hat entschieden, ihre beiden Kindergärten am Westhellweg ab 01.08.2010 zusammenzulegen, so dass die Anzahl der Kindertageseinrichtungen in Schwerte auf 23 sinkt.

 

  1. Die Anzahl der Plätze für Kinder unter 3 Jahren erhöht sich von 113 Plätzen um 43 Plätze auf insgesamt 156 Plätze zum 01.08.2010.

 

  1. Im Vergleich der Betreuungszeiten ist die Inanspruchnahme von 25 Std./Wo von 14,3 % auf 11 % deutlich gesunken. Die Nachfrage nach einer Betreuungszeit von 35 Std./Wo sank leicht von 65,5 % auf 64%. Bei den kostenintensiveren Plätzen mit einer Betreuungszeit von 45 Std./Wo erhöhte sich die Nachfrage deutlich von 20,1 % auf 25 %.

 

 

Informationen zur Kindertagespflege:

 

Der Betreuungsbedarf im Bereich der Kindertagespflege ist in 2009 im Vergleich zum Vorjahr mit der Betreuung von 141 Kindern gleichgeblieben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass ein Teil des Betreuungsbedarfes durch Kindertageseinrichtungen abgedeckt wurde, die verstärkt dazu übergegangen sind, Gruppen für jüngere Kinder zu eröffnen, die zuvor nur durch Tagespflege betreut werden konnten. Hinsichtlich der Ausbauplanung U3 ist davon auszugehen, dass die Anfrage nach Betreuungsplätzen in der Tagespflege wieder ansteigen wird, sobald die Gruppenneugründung in den Kindertagesein-richtungen abgeschlossen sein wird und die Plätze dort vergeben sein werden. Zum Stichtag 15. März 2010 werden 82 Kinder in Tagespflege betreut. Hierbei handelt es sich um 58 U3-Kinder und 24 Ü3-Kinder.

 

Für die Kindertagespflege stehen derzeit 48 Schwerter Tagespflegepersonen zur Verfügung. Die Kindertagespflege findet überwiegend im Haushalt der Tagespflegeperson statt. Zurzeit werden in 5 betroffenen Familien die Kinder im Haushalt der Eltern durch eine Kinderfrau betreut.

Auf Grund der Arbeitszeiten der Eltern, bzw. des allein erziehenden Elternteils besteht verstärkter Betreuungsbedarf zu Randzeiten und in einzelnen Fällen wird Übernachtbetreuung benötigt.


Besonders nachgefragt werden nach wie vor Randzeitenbetreuung, Betreuung auch an den Wochenenden sowie in einzelnen Fällen Übernachtbetreuung. Wie auch in den Vorjahren kann dieser Bedarf nicht vollständig gedeckt werden.

 

Anfragen bezüglich der Betreuung von U3-Kindern tagsüber konnten vollständig abgedeckt werden.

 

Ab dem 01.01.2009 gelten die Einnahmen von Tagespflegepersonen als einkommenssteuerpflichtig auf Grund einer nebenberuflichen Tätigkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Hinzu kommen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Rentenversicherung ab einem monatlichen Einkommen von 360 € bzw. 400 €. Rund ein Drittel der vorherigen Tagesmütter hat aus diesem Grund ihre Tätigkeit eingestellt. Es ist damit zu rechnen, dass einige Tagesmütter nach dem Steuerbescheid für das Jahr 2009 ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen werden, da sie dieses Jahr als Probejahr unter den geänderten gesetzlichen Bedingungen durchgeführt haben.

 

Der Verlust von Tagesmüttern, die ihre Tätigkeit aufgrund der neuen Besteuerungs-  und Sozialversicherungspflicht aufgegeben haben, konnte in 2009 durch neu hinzugewonnene Tagesmütter wieder ausgeglichen werden. Auch 2010 haben derzeit 6 neue Personen Interesse an der Tätigkeit als Tagespflegeperson bekundet.

 

Die gesetzlich vorgeschriebene Qualifikation für Tagesmütter ist für das Jahr 2010 vom Finanzrahmen her für 5 Schwerter Tagesmütter gesichert. Diesen Kurs belegen derzeit 5 Tagesmütter aus 2009.

Begleitende Fortbildung während ihrer Tätigkeit erhalten die Tagesmütter an 8 Abendterminen im Jahr. Diese Termine werden gut angenommen.

 

Für das Kindergartenjahr 2008/2009 wurde für 28 Kinder der Landeszuschuss in der Kindertagespflege nach § 22 KiBiz angemeldet und in Höhe von 725 € pro Kind ausgezahlt.

 

In 2010 soll der Bildungsauftrag in der Kindertagespflege verstärkt Beachtung finden. Hierzu wird  von der Fachkraft der Kindertagespflege eine Fortbildung des LWL besucht werden.

 

 

Informationen über die neuen Gruppenformen zur Betreuung von Kindern unter 3 Jahren nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz):

 

Nach dem Gesetz über Tageseinrichtungen (GTK) für Kinder gab es für die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren nur die Betreuungsform der „Kleinen Altersgemischten Gruppe“ mit insgesamt 15 Kindern. Die Anzahl der Kinder unter 3 Jahren in dieser Gruppenform betrug lange Zeit nur 7 Kinder, damit sie möglichst bis zum Ausscheiden in der gleichen Gruppe betreut werden konnten. In den letzten Jahren der Gültigkeitsdauer des GTK wurde die Anzahl der Kinder unter 3 Jahren jedoch auf 9 Kinder erhöht. Der Personalschlüssel für diese Gruppe betrug drei Kräfte, davon zwei Fachkräfte und eine Ergänzungskraft.

 

Um den Ausbau der U3-Plätze zu fördern, wurden mit Inkrafttreten des KiBiz zum 01.08.2008 die neuen Gruppenformen I und II geschaffen.

 

Gruppenform I:

 

In der neuen Gruppenform I können insgesamt 20 Kinder, davon 4-6 Kinder im Alter von 2 Jahren betreut werden. Nach dem KiBiz wird das Alter der Kinder nicht zum Zeitpunkt der Aufnahme zum 01.08., dem Beginn des Kindergartenjahres, sondern zum Stichtag 01.11. berechnet. Zu Beginn des Kindergartenjahres können in die Gruppenform I somit bereits Kinder aufgenommen werden, die älter als 1,75 Jahre sind.

 

Aufgrund des höheren Betreuungsaufwandes für die zweijährigen Kinder wurde die Platzzahl gegenüber der Regelkindergartengruppe mit 25 Kindern somit um 5 Kinder abgesenkt. Die Betreuung erfolgt durch 2 bis 2,5 Fachkräfte, je nach Betreuungsdauer der Kinder.

 

Die neue Gruppenform I kann nur gebildet werden, wenn mindestens ein Betreuungsbedarf für 4 Kinder unter 3 Jahren besteht. Im Ausnahmefall ist es auch zulässig, nach dem KiBiz eine halbe Gruppenform I zu refinanzieren. Es können dann bis zu 3 zweijährige Kinder aufgenommen werden.

 

Über das Standardraumprogramm der Regelkindergartengruppe (ein Gruppenraum und ein Gruppennebenraum) mit insgesamt 68 qm hinaus, muss für den Betrieb dieser Gruppenform ein zusätzlicher Schlafraum von 18 – 24 qm zur Verfügung stehen. Wenn eine Kindertageseinrichtung zwei Gruppenformen I betreibt, wird ein zusätzlicher Schlafraum mit 20 – 30 qm seitens der Heimaufsicht des Landesjugendamtes gefordert.

 

Aufgrund der rückläufigen Kinderzahlen und der vorzeitigen Einschulungen konnten/können in den Kindertageseinrichtungen in Schwerte, die über zusätzliche Räume verfügten, im Zeitraum vom 01.08.2008 bis zum 01.08.2010 insgesamt 21 Regelkindergartengruppen in die neue Gruppenform I umgewandelt werden. Aufgrund der Zusage einiger Träger, fehlende Schlafräume baldmöglichst anzubauen, wurde in einigen Fällen seitens der Heimaufsicht des Landesjugendamtes die Betriebserlaubnis auch vorläufig erteilt.

 

Um zukünftig noch alle bestehenden Gruppen auszulasten und dem Träger einen wirtschaftlichen Betrieb der Einrichtung zu ermöglichen, benötigt jede der Kindertageseinrichtungen in Schwerte mindestens eine oder auch zwei Gruppenformen I.

 

Gruppenform II: 

 

In der Gruppenform II können 10 Kinder unter 3 Jahren betreut werden. Diese Gruppenform wurde speziell für die Aufnahme von Kindern unter 2 Jahren konzipiert. Der Personalschlüssel beträgt 2 bis 2,5 Fachkräfte, je nach Betreuungsdauer der Kinder. Bei einem Bedarf an zusätzlichen Plätzen für Kinder über 3 Jahren in der jeweiligen Einrichtung kann die Gruppenform II auch mit 15 Kindern betrieben werden. Durch die 5 zusätzlichen Kindpauschalen lassen sich dann 2,5 bis 3 Kräfte finanzieren.

 

Bei einer normalen Gruppenstärke von 10 Kindern werden in der Praxis durchschnittlich jedes Jahr 5 Kinder unter 2 Jahren aufgenommen, die mindestens noch im Folgejahr in dieser Gruppe verbleiben können, bevor sie mit Vollendung des dritten Lebensjahres in eine andere Gruppe wechseln müssen.

 

Bei einem derzeitigen Bestand von 4 Gruppen der Gruppenform II können somit in ganz Schwerte jährlich durchschnittlich 20 Kinder unter 2 Jahren in eine Kindertageseinrichtung neu aufgenommen werden. Aufgrund des Geburtenrückgangs und durch die stufenweise weiter voranschreitende vorzeitige Einschulung werden jedoch in einigen Planungsbezirken weitere hohe Platzüberhänge entstehen, die eine Ausweitung des Platzangebotes für Kinder unter 2 Jahren ermöglicht.

 

Gruppenform III:

 

Diese Gruppenform entspricht bei einer Betreuungszeit von 25 oder 35 Std./Wo der ehemaligen Kindergartengruppe mit 25 Kindern über 3 Jahren. Bei einer Betreuungszeit von 45 Std./Wo entspricht sie der ehemaligen Tagesstättengruppe, in der 20 Kinder ganztags betreut wurden. Durch 5 Umwandlungen in die neue Gruppenform I, durch eine Gruppenschließung und durch die vorübergehende Führung einer Gruppe nur zur Hälfte aufgrund mangelnder Nachfrage sinkt die Anzahl der Gruppenformen III von bisher 42 auf 35,5 Gruppen zum 01.08.2010 ab.

 

 

Ausbau der Betreuung für Kinder unter 3 Jahren

 

Auf Bundesebene wurde beschlossen, die Betreuung von Kindern unter 3 Jahren bis zum Jahr 2013 auf durchschnittlich 35 % auszubauen, wobei 70 % der Versorgung in Kindertageseinrichtungen und 30 % durch Kindertagespflege sichergestellt werden sollen. Dies soll gewährleisten, dass zum 01.08.2013 alle ein- und zweijährigen Kinder, die ab diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erhalten, versorgt werden können.

 

Da davon ausgegangen wird, dass es in Schwerte maximal gelingen wird, 20 % des Bedarfes durch die Kindertagespflege abzudecken, müsste durch die Kindertageseinrichtungen eine Versorgung von 80 % erbracht werden. Gemäß der Prognose des Geschäftsbereichs Statistik der Information und Technik Nordrhein-Westfalen (das frühere LDS) wird es voraussichtlich in Schwerte im Jahre 2013 insgesamt 978 Kinder im Alter unter drei Jahren geben. Bei einer Versorgung von 35 % werden somit 277 Plätze in Kindertageseinrichtungen und 69 Plätze in der Kindertagespflege benötigt.

 

Über diese Statistik für das gesamte Stadtgebiet Schwerte hinaus liegen keine weiteren statistischen Differenzierungen für die Planungsbezirke vor.

 

Es existieren zudem noch weitere Faktoren, die eine Voraussage über das zukünftige Nachfrageverhalten nach Betreuungsplätzen erschweren oder sogar unmöglich machen:

 

  1. Verlängerung der Bezugsdauer des Elterngeldes
  2. Die stufenweise Vorverlegung der Einschulung
  3. Die Einführung eines Betreuungsgeldes zum 01.08.2013

 

Zu 1.:

 

Das Elterngeld soll bereits ab dem Jahr 2011 gesetzlich auf eine Bezugsdauer von 18 Monaten ausgeweitet werden. Diese Maßnahme könnte zu einem Absinken der Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter 2 Jahren führen.

 

Zu 2.:

 

Gemäß § 35 des Schulgesetzes in Verbindung mit den dazu erlassenen Übergangsvorschriften werden alle Kinder, die ihr 6. Lebensjahr bis zu den nachfolgend aufgeführten Terminen vollenden stufenweise eher als bisher eingeschult:

 

Schuljahr 2010/2011:              Stichtag: 31.08.

Schuljahr 2011/2012:              Stichtag: 30.09.

Schuljahr 2012/2013:              Stichtag: 31.10.

Schuljahr 2013/2014:              Stichtag: 30.11.

Schuljahr 2014/2015:              Stichtag: 31.12.

 

Für die ersten beiden Stufen besteht eine Einschulpflicht, die im Rahmen der Kindergartenentwicklungsplanung berücksichtigt werden kann. Gemäß § 35 Abs. 1 Satz 2  des Schulgesetzes NRW (SchulG) werden jedoch Kinder, die nach dem 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, auf Antrag der Eltern ein Jahr später eingeschult. Bezogen auf die U-3-Ausbauplanung ist es derzeit nicht einschätzbar, in welchem Umfang die Eltern von der Möglichkeit der Schulzurückstellung auf Antrag Gebrauch machen werden und ihre Kinder ein weiteres Jahr eine Kindertageseinrichtung besuchen lassen. Somit kann auch nicht abgesehen werden, wie viele Überhangplätze für dreijährige Kinder entstehen, die in die neuen Gruppenformen I und II zu einem bestimmten Zeitpunkt umgewandelt werden können.

 

Zu 3.:

 

Zum 01.08.2013 sollen Eltern nach dem Kinderförderungsgesetz ein Betreuungsgeld erhalten, wenn sie keinen Betreuungsplatz für ihr Kind in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege in Anspruch nehmen. Die Höhe des Betreuungsgeldes ist noch nicht festgelegt, so dass die Auswirkungen auf die Nachfrage überhaupt noch nicht abzuschätzen sind. Diese Regelung birgt ein für die U- 3-Ausbauplanung, insbesondere auf Seiten der Träger von Kindertageseinrichtungen, völlig unkalkulierbares Risiko beim Eingehen weiterer Zweckbindungen im Rahmen des Ausbauförderungsprogramms.

 

Diese Regelung ist mit den bisherigen vielfältigen Bemühungen um eine frühere und intensivere Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen zur Erlangung der Schulfähigkeit nicht in Einklang zu bringen.

 

Ergebnis der Gespräche mit den Trägern von Kindertageseinrichtungen:

 

Seit Inkrafttreten des KiBiz wurden freie Platzkapazitäten für Kinder unter 3 Jahren in Abstimmung mit den Trägern sofort genutzt, um das Angebot für Kinder unter 3 Jahren zu verbessern und andererseits möglichst viele Gruppen zu erhalten und den Trägern somit einen wirtschaftlichen Betrieb ihrer Kindertageseinrichtungen zu ermöglichen. Einige Einrichtungen verfügten bereits über zusätzliche Räume, so dass die erforderlichen zusätzlichen Schlafräume sofort eingerichtet werden konnten. In einigen anderen Einrichtungen wurde bereits eine Gruppe aufgrund des Geburtenrückgangs geschlossen, so dass hierdurch ebenfalls die neuen Gruppen für Kinder unter 3 Jahren sofort umgesetzt werden konnten. Eine Förderung der erforderlichen Einrichtungsgegenstände aus dem Ausbauprogramm für die Kinder unter 3 Jahren wurde von vielen Trägern bereits in Anspruch genommen.

 

Um weitere Umwandlungen vornehmen zu können, haben sich die Träger von folgenden Kindertageseinrichtungen zum Anbau fehlender Schlafräume und teilweise auch zur Vervollständigung des Raumprogramms um bisher fehlende Räume (Gruppennebenräume, Mehrzweckräume) entschlossen. Die beauftragten Architekten stehen teilweise bereits kurz vor dem Abschluss der Entwurfsplanung, die dann vorab mit der Heimaufsicht des Landesjugendamtes abgestimmt wird, um sicherzustellen, dass nach Fertigstellung der Baumaßnahme auch die erforderliche Betriebserlaubnis erteilt wird.

 

 

  • Kath. Kindergarten, St. Peter - Weg, Umbau zur Schaffung eines Schlafraumes für zwei Gruppen Form I
  • Kath. Kindergarten, Haselackstr., Anbau eines Schlafraumes und fehlender Räume für zwei Gruppen Form I
  • Kath. Kindergarten Kopernikusstr., Anbau eines Schlafraumes für zwei Gruppen Form I
  • Ev. Kindergarten Ergste, Anbau von 2 Schlafräumen und fehlender Räume für je einmal Form I + II
  • Ev. Kindergarten Alter Dortmunder Weg, Anbau von 2 Schlafräumen und fehlender Räume für je einmal Form I + II
  • Waldorf - Kindergarten, Umbau zur Schaffung eines großen Schlafraumes für zwei Gruppen Form I
  • Die Vorplanungsphase für den Neubau des DRK-Kindergartens in der Grünstraße ist abgeschlossen, so dass mit einer Fertigstellung des Neubaus im Frühjahr 2011 gerechnet werden kann.

 

Aus der nachfolgenden Übersicht über die sich nach Umsetzung aller geplanter Baumaßnahmen ergebenden räumlichen Voraussetzungen kann ersehen werden, dass rein theoretisch die Voraussetzungen für 266 U3-Plätze in den Kindertageseinrichtungen in Schwerte vorliegen.

 

 

 

 

Räumliche Voraussetzungen für die U3-Betreuung zum 01.08.2013

 

 

 

Einrichtung:

U3-Gruppenform-/en

U3-Plätze

 

 

(Maximal)

Städt. KG Villigst

2 x I

12

Städt. KG Geisecke

2 x I

12

Städt. KG Wandhofen

I

6

Städt. KG Ergste

2 x I

12

Städt. Kita Konrad-Zuse-Str.

2 x I + II

22

Städt. Kita Holzen-Rosen

II

10

Ev. KG, Jägerstr.

2 x I

12

Einrichtung:

U3-Gruppenform-/en

U3-Plätze

Ev. KG, Am langen Rüggen

Kein U3-Ausbau

0

Ev. KG, Alter Dortm.-Weg

I + II

16

Ev. KG, Lichtendorfer Str.

2 x I

12

Ev. KG, Auf dem Hilf

I + II

16

Ev. KG, Labuissierestr.

I + II

16

Ev. Kinderstätte In den Gärten

I

6

Kath. KG, Haselackstr.

2 x I

12

Kath. KG, Kopernikusstr.

2 x I

12

Kath. KG, St. Peter-Weg

2 x I

12

AWO-KG, Beckestr.

2 x I + II

22

AWO-KG, Westhellweg 222

I + II

16

DRK-KG, Grünstr.

2 x I + II

22

Kinderstube Ergste

I

6

Waldorfkindergarten

2 x I

12

KG Schwerter Wald

Kein U3-Ausbau

0

 

 

266

 

 

Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass bei einer realistischen Einschätzung von den 266 Plätzen höchstens 230 Plätze in den Kindertageseinrichtungen langfristig in die Praxis umgesetzt werden können. Einerseits, weil in einem Teil der Einrichtungen die tatsächliche Nachfrage geringer sein wird, aber auch, weil diese möglichen U-3-Plätze aufgrund zu hoher Nachfrage nach Plätzen für Kinder über drei Jahren in dem jeweiligen Planungsbezirk nicht umgewandelt werden können. Es kann davon ausgegangen werden, dass bis zum 01.08.2013 die Anzahl der Plätze für Kinder unter 3 Jahren die Marke von 200 Plätzen übersteigen wird. Die Ausschöpfung des Restpotentials ist jedoch stark davon abhängig, in welchem Umfang die Kinder zukünftig tatsächlich vorzeitig eingeschult werden und sich auch die künftigen Jahrgangsstärken der Kinder entwickeln.

 

Unterstützung der Bedarfsdeckung für Kinder unter drei Jahren durch Spielgruppen:

 

Nach Aussage des MGFFI ist es möglich, Spielgruppen als kostengünstige Lösung als dritte Säule zur Bedarfsdeckung in die U-3-Ausbauplanung zur Erfüllung des Rechtsanspruchs aufzunehmen. Es wird daher durch die Verwaltung vorgeschlagen, auch weiterhin die Förderung von 5 Spielgruppen gemäß der im Kindergartenentwicklungsplan enthaltenen Spielgruppenübersicht mit 5.112 Euro je Gruppe (12 Zweijährige) wie bisher aufrechtzuerhalten, damit die gesamten 102 Spielgruppenplätze auch erhalten bleiben.

 

Bereits seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass die Spielgruppenangebote sehr beliebt und auch ausreichend sind, damit Mütter mit flexiblen Arbeitszeiten an zwei oder drei Öffnungsvormittagen einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen können. Die derzeit noch zu geringe Anzahl von U-3-Plätzen in den Kindertageseinrichtungen können dadurch vorrangig Eltern zugewiesen werden, die einen umfangreicheren Betreuungsbedarf für ihr Kind haben.

 

Bereits bei der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ab dem dritten Lebensjahr im Jahre 1996 haben die damals eingerichteten 200 Spielgruppenplätze mit Erfolg dazu beigetragen, die Bedarfsspitze abzudecken, so dass für ansonsten erforderliche 8 Kindergartengruppen, die aufgrund des danach eintretenden Geburtenrückgangs ohnehin bald leer gestanden hätten, keine Neu- oder Anbauten errichtet werden mussten. Aufgrund der geringen Kosten für die Spielgruppenplätze wurden in dieser Zeit zudem Betriebskostenzuschüsse für Kindertageseinrichtungen in siebenstelliger Höhe eingespart.

 

 

Zusammenfassung:

 

Die Kindergartenentwicklungsplanung unterliegt derzeit verschiedenen Einflussgrößen, die in ihrer Entwicklung dem Grunde nach nicht vorhergesagt werden können. Sie sind im Einzelnen:

 

  • Entwicklung der Geburtenrate stadtweit und in den einzelnen Stadtteilen
  • Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt (entscheidend für die Inanspruchnahme von U – 3 – Betreuung)
  • Einfluss der Verlängerung der Bezugsdauer des Elterngeldes
  • Schrittweise Vorverlegung des Einschulungstermins
  • Einführung und Höhe des Betreuungsgeldes ab 2013
  • Evtl. Veränderungen bei der gesetzlichen Finanzierung (KiBiz soll 2011 in seinen Auswirkungen überprüft werden)
  • Nicht vorhersehbare Trägerentscheidungen aufgrund veränderter Finanzierungsregelungen
  • Verringerung der Tagespflegepersonen durch Aufgabe der Kindertagesbetreuung wegen der steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Veränderungen

 

Dennoch bleibt festzuhalten, dass die Kernziele des gesetzlichen Handelns sowohl des SGB VIII als auch des KiBiz NRW in Schwerte erreicht werden:

 

  1. Seit 1998 wird jedem Kind ab 3. Lebensjahr ein Kindergartenplatz bereit gestellt.

 

  1. Jedem U – 3 Kind konnte entweder in einer Kindertageseinrichtung oder durch die Kindertagespflege ein Betreuungsplatz tagsüber bereit gestellt werden.

 

  1. Die Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung in Schwerte sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand auch für die Zukunft gegeben.

 

 

Rechtliche Beurteilung:

 

Der Jugendhilfe und Sozialausschuss beschließt im Rahmen der vom Rat bereit gestellten Mittel, der Satzung für das Jugendamt der Stadt Schwerte und der vom Rat gefassten Beschlüsse über alle Angelegenheiten der Jugendhilfe. Dem Jugendhilfe- und Sozialausschuss obliegen die in § 71 SGB VIII und in § 5 der Satzung für das Jugendamt der Stadt Schwerte festgelegten Aufgaben, unter anderem die Kindergartenentwicklungsplanung gem. § 5 Abs. 2 Buchstabe d. Er entscheidet insbesondere auch darüber, welche Gruppenformen und Öffnungszeiten in Kindertageseinrichtungen gemäß § 19 Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz – KiBiz) refinanziert werden.

 

 

Gleichstellungsbelange:

 

Eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Betreuungsplätzen für Kinder ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies betrifft nicht nur Kinder in den Kernjahrgängen, für die der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz sichergestellt ist sondern zunehmend Kinder unter drei Jahren. Dies ist bei der Ausbauplanung zu berücksichtigen.

 

 

Anlagen:

 

1. Kindergartenentwicklungsplan 2010