Kommunaler Kinder- und Jugendhilfeplan

Betreff
Kommunaler Kinder- und Jugendhilfeplan Teil 1 - Bestandsaufnahme
Vorlage
VII/918
Aktenzeichen
51
Art
Sitzungsvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Jugendhilfeausschuss beschließt den Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan

Teil 1 – Bestandsaufnahme

 

Sachdarstellung:

 

 

Die rechtliche Grundlage für den Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan bilden das Dritte Gesetz zur Ausführung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Kinder- und Jugendfördergesetz, 3. AG-KJHG – KJFöG) , der Kinder- und Jugendförderplan des Landes Nordrhein-Westfalen sowie das SGB VIII.

 

Im 3. Ausführungsgesetz zum SBG VIII  sind folgende vier Förderbereiche genannt:

·         Jugendverbandsarbeit

·         Offene Jugendarbeit

·         Jugendsozialarbeit

·         Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz.

 

Damit ist aber nicht das ganze Spektrum der Kinder- und Jugendarbeit in Schwerte abgebildet. Es gibt Bereiche, die sich nicht in dieses Schema einordnen lassen, weil sie Berührungspunkte zu mehreren Planungsbereichen haben. Sie sind im Abschnitt  „Weitere Formen der Jugendarbeit“ und „Querschnittsbereiche“ aufgeführt.

 

Mit dem Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan legt die Verwaltung erstmals eine Übersicht über die Kinder- und Jugendförderung in Schwerte vor. Der Kommunale Kinder- und Jugendförderplan Teil 1 – Bestandsaufnahme ist als Grundlagenarbeit zu verstehen. Deutlich sichtbar wird dabei das breite Spektrum der Angebote, die in den einzelnen Planungsbereichen umgesetzt werden.

 

Zielgruppe des Kommunalen Kinder- und Jugendförderplans sind gemäß § 7 SGB VIII alle jungen Menschen bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. In der konkreten Arbeit konzentrieren sich die Träger aber an unterschiedlichen Zielgruppen und richten die Angebote entsprechend aus.

Wie im Kinder- und Jugendförderplan des Landes Nordrhein-Westfalen ausgeführt, konzentriert sich Kinder- und Jugendarbeit vor allem auf die Altersgruppe der 6 – 18-Jährigen, bezieht aber im Rahmen des ehrenamtlichen Engagements auch über 18-Jährige mit ein.

 

Damit sind im Prinzip Kinder und Jugendliche von Geburt an im Blickfeld der Kinder- und Jugendförderung. Eltern erhalten die Möglichkeit zur frühestmöglichen Förderung ihrer Kinder in Pekip-, Spiel- und Krabbelgruppen. Bildung und Förderung, der Abbau von Benachteiligung und Partizipation finden schon im Elementarbereich in Kindertageseinrichtungen und in Familienzentren statt. Die Kindertageseinrichtungen und Familienzentren sind sozialpädagogische Einrichtungen, die einen eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag für Kinder bis 6 Jahre haben.

In Kindertageseinrichtungen und Familienzentren werden, wie in Elternhäusern auch, grundlegende Weichen für die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden Kindes gelegt. Zugleich können Stärken und Defizite erkannt und adäquat gefördert werden. Sollte die erforderliche Förderung in der Kindertageseinrichtung nicht erfolgen können, findet eine Weitervermittlung z.B. zur Frühförderstelle statt. Im Elementarbereich werden weitere Förderbereiche wie soziales Lernen, Sprachentwicklung oder auch gesunde Ernährung erschlossen.

Mit größtmöglichem Engagement werden Kinder in den Kindertageseinrichtungen mit altersentsprechenden Methoden auf den Wechsel zur Grundschule vorbereitet, so dass die Grundvoraussetzungen für einen gelingenden Wechsel gegeben sind.

 

Der zentrale Ansatzpunkt beim Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan liegt jedoch nicht in der frühkindlichen Förderung. Die vier Förderbereiche Jugendverbandsarbeit, Offene Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit sowie Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz legen eine andere Ausrichtung in Bezug aus das Alter nahe.

Die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland verweisen darauf, dass sich die Aktivitäten der Kinder- und Jugendförderung schwerpunktmäßig an Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter richten sollen. Dies seien alle jungen Menschen dieser Altersgruppe im jeweiligen Jugendamtsbezirk.

Insofern bilden auch im Kommunalen Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Schwerte Kinder und Jugendliche ab dem 6. Lebensjahr einschließlich junge Erwachsene die relevante  Zielgruppen.

 

Neben der Bestandsaufnahme umfasst ein Kinder- und Jugendförderplan auch eine Maßnahmeplanung. Die Maßnahmeplanung des Kinder- und Jugendförderplans der Stadt Schwerte wird gesondert als Teil 2 in der 2. Jahreshälfte des Jahres 2008 vorgelegt.

Unter den derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen war bislang keine mittelfristige Planung möglich, da die Zuschüsse jährlich bewilligt werden. Solange jedoch keine Planungssicherheit über einen längeren Zeitraum gegeben ist, sind innovative Veränderungen kaum umsetzbar.

 

Erarbeitet wurde der Kommunale Kinder- und Jugendförderplan von den Praktikerinnen und Praktikern der Kinder- und Jugendarbeit in Schwerte im Rahmen der kommunalen Jugendhilfeplanung. Die Rahmenbedingungen wurden zuvor von der Steuerungsgruppe festgelegt, die sich aus Vertretrinnen und Vertretern der relevanten Bereiche zusammensetzt.

 

Der Steuerungsgruppe beschloss am 08.10.2007, die Bestandsaufnahme zu analysieren und die Angebote der Kinder- und Jugendförderung im Rahmen der Maßnahmeplanung ggf. mit neuen oder anderen Prioritäten zu versehen. Um neuen Ideen den erforderlichen Raum zu geben, wird die Maßnahmeplanung voraussichtlich im Rahmen einer Zukunftswerkstatt erarbeitet. Zugleich sollen aufgrund dieser Entscheidung der Steuerungsgruppe Möglichkeiten entwickelt werden, wie die Offene Jugendarbeit in Schwerte im Sinne der Qualitätsentwicklung vorangebracht werden kann.

 

Bevölkerungsdaten über Kinder und Jugendliche in unterschiedlichen Altersgruppen in Bezug zur restlichen Schwerter Bevölkerung sind in diesem Plan nicht dargestellt. Sie können derzeit den bestehenden Einzelplänen wie Kindergartenentwicklungsplan und Spielplatzentwicklungsplan entnommen werden. Eine detaillierte Übersicht über die Bevölkerungsstruktur und die soziale Infrastruktur in gesamt Schwerte sowie in den Stadtteilen erfolgt im Demographiebericht der Stadt Schwerte, der zum 30.06.2009 festgestellt sein soll.

 

 

 

Finanzielle und haushaltsmäßige Auswirkungen einschließlich Folgekosten:

Haushaltsjahr

 

 

 

 

 

Ertrag

 

 

 

 

 

Aufwand

 

 

 

 

 

 

 

Investitionsvolumen

 

 

 

 

 

Bilanzveränderung

 

 

 

 

 

Abschreibung

 

 

 

 

 

 

 

Ersatzinvestitionszeitpunkt

 

 

 

 

in obigen Beträgen enthalten

ja

nein

 

Aufwand Betriebsaufnahme

 

 

 

lfd. Betriebsaufwand

 

 

 

Haushaltsmittel

Üpl.A.

Apl.A.

 

 

 

 

 

 

 

Gleichstellungsbelange:

 

Die Gleichstellungsstelle war durch die Mitarbeit in der Steuerungsgruppe einbezogen.

 

Anlagen:

 

Kommunaler Kinder- und Jugendhilfeförderplan