TOP Ö 7: Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb in Schwerte

Frau Klein – Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Villigst – berichtet von den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb an ihrer Schule.

„Flexibilität“ könne hierbei als Überschrift gelten. Jede Woche fänden, zur Besprechung der aktuellen Lage, Dienstbesprechungen der Schulleiter*innen statt. Sie sei froh, dass momentan wieder alle Kinder im Schulbetrieb seien. Die Pandemiezeit sei insbesondere eine Belastung für die Familien gewesen, so habe sie aufgrund dessen auch Ende des letzten Jahres Kindeswohlgefährdungen melden müssen. Während der Notbetreuung habe es immer eine Notgruppe mit 25-40 Kindern an ihrer Schule gegeben, viele Eltern hätten dieses Angebot wahrnehmen müssen.

Die Belastung für die Kinder sei sehr groß, man arbeite deshalb nun mit Schulsozialarbeiter*innen und schulpsychologischen Beratungsstellen zusammen.

Da sich die pandemische Lage und die damit einhergehenden Regelungen für den Schulbetrieb ständig änderten, fänden jeden Morgen im Kollegium Besprechungen statt. Auch hier sei die Belastung spürbar.

Im Leistungsbereich der Kinder seien Defizite erkennbar, trotzdem bedürfe es vielmehr einen ganzheitlichen Blick auf die Kinder und deren Familien. Die Schüler*innen sollten durch Gespräche gestärkt und begleitet werden. Um entstandene Leistungsdefizite abzubauen würden Förderungen in den Ferien, momentan sogar bereits an den Wochenenden, angeboten. Man hoffe nun auf eine sich normalisierende Situation.

Seit den Osterferien würden zweimal wöchentlich Testungen im „Lolli-Verfahren“ durchgeführt. Dies sei ein schnelleres Verfahren welches den Prozess erleichtere. Die Zusammenarbeit mit dem durchführenden Labor sei in gewisser Hinsicht problematisch; nicht alle Ergebnisse lägen zur selben Zeit vor. Als Schulleiterin hoffe Sie immer darauf, vor dem Beginn der Randzeitenbetreuung am Morgen alle Testergebnisse vorliegen zu haben. Mit einem positiven „Pool“ müsse immer ein Nachtestung erfolgen. Eine Nachtestung eines „Pools“ am Freitag bedeute, dass manchmal erst alle Ergebnisse im Laufe des Wochenendes vorlägen.

 

Frau Eschmann – Schulleiterin des Ruhrtal-Gymnasiums – berichtet ebenfalls von den Auswirkungen der Corona-Pandemie an ihrer Schule. Man müsse annehmen, dass die gesamten Auswirkungen der Pandemie auf die Schüler*innen momentan noch nicht absehbar seien. Auch Frau Eschmann betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Blickes auf die Schüler*innen. Die Durchführung der Leistungsüberprüfungen, wie sie vom Schulministerium angewiesen worden sei, sei ihrer Meinung nach problematisch. Man habe versucht die Schüler*innen zu beruhigen, indem man darauf hingewiesen habe, dass diese Prüfungen unter besonderen Bedingungen erfolgten. Man könne noch nicht einschätzen, ob gegebenenfalls Versetzungen gefährdet seien oder freiwillige Wiederholungen stattfänden. Man habe ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet, welches immer der aktuellen Coronaschutz- und Betreuungsverordnung angepasst werde. Beispielsweise habe man die Konzepte des Einlasses in die Schule und in die Klassenräume, um Abstände zu wahren und Begegnungen zu verringern, entwickelt. Die Umsetzung der gegebenen Hygieneregeln und die Kontrolle des Schulalltages erforderten einen hohen organisatorischen Mehraufwand. Die Maskenpflicht werde von den Schüler*innen bereitwillig eingehalten, sie wisse, dass dies mindestens am Friedrich-Bährens-Gymnasium auch so sei. Lediglich mit einer Familie habe es anfänglich Schwierigkeiten gegeben. Das Testen, zweimal in der Woche, in den Schulen funktionierte auch sehr gut, auch wenn hierbei entsprechend Unterrichtszeit verloren ginge. Man träfe hierzu auch Absprachen mit dem FBG als kooperierende Schule. Am Ruhrtal-Gymnasium habe man nun aktuell eine Schulsozialarbeiterin hinzugezogen. Der Gesprächsbedarf der Eltern und der Schüler*innen und Schüler sei groß und das Angebot von Gesprächen mit der Schulsozialarbeiterin werde rege genutzt.

 

Herr Rotthowe – Fraktion Die Grünen – erfragt bei Frau Klein und Frau Eschmann, ob die momentane Kapazität der Schulsozialarbeiter*innen ausreiche.

 

Frau Eschmann erklärt, dass das Hinzuziehen einer Schulsozialarbeiterin an ihrer Schule noch sehr neu sei. Momentan sei diese noch mit einem begrenzen Stundenkontingent tätig. Perspektivisch könne jedoch spekuliert werden, dass die Nachfrage ansteige und dass das momentane Angebot dann nicht mehr ausreiche.

 

Frau Klein berichtet davon, dass man an der Gemeinschaftsgrundschule Villigst bereits einige Jahre mit Schulsozialarbeiter*innen zusammenarbeite. Zur Unterstützung der Schüler*innen bilde man damit sogenannte „multiprofessionelle Teams“. Die Schulsozialarbeiter*innen seien im Team in der Regel an einen festen Tag pro Woche für vier Wochenstunden in der Schule. Zum Schuljahresbeginn werde überlegt, welche Projekte anstünden und wie diese von den Schulsozialarbeiter*innen unterstützt werden müssten. Akute Fälle seien ebenfalls zu betreuen und hätten Vorrang. Auch Frau Klein vermutet, dass der Bedarf an Schulsozialarbeit steigen könne.

 

Frau Schröder – SPD-Fraktion – erklärt, dass man auf die Geschehnisse in den Schulen, mit Ausnahme von politischen Forderungen, wenig Möglichkeiten der Einflussnahme habe. Die Belastung der Lehrer*innen und die ständig wechselnde Verordnungslage habe man jedoch immer verfolgt. Frau Schröder bedankt sich bei allen Lehrer*innen der Schwerter Schulen für die Betreuung und Begleitung der Kinder- und Jugendlichen sowie deren Eltern während dieser Zeit.

 

Herr Heinz-Fischer – Fraktion Die Grünen – bedankt sich ebenfalls für die Berichte der Schulleiterinnen und für die geleistete Arbeit der Schulen und Lehrkörper während der Pandemie.

Ziel müsse es auch weiterhin sein, die Kinder während dieser Situation gut durch ihre Schullaufbahn zu bringen.

 

Herr Rühling – AfD-Fraktion – erklärt, dass er sich wünsche, dass die Schulleitungen an das Kultusministerium, das Schulministerium und den Schulträger herantreten würden um sich für eine schnellstmögliche Abschaffung der Maskenpflicht, im Hinblick auf die niedrigen Inzidenzzahlen, auszusprechen.

 

Die Ausschussvorsitzende Frau Belemann-Hülsmeyer fragt Frau Klein und Frau Eschmann, ob ihrerseits Unterstützungswünsche seitens des Schulausschusses und der Politik bestünden.

 

Frau Klein erklärt, dass sie mit der Zusammenarbeit mit der Schulverwaltung sehr zufrieden sei. Ein Austausch von Bedarfen mit direkten Ansprechpartner*innen, beispielweise bezogen auf die digitale/mediale Versorgung, erfolge kurzfristig und es würden zeitnah Lösungen gefunden. Man habe die Krise bis hierhin, gemeinsam gut bewältigt. Aufgrund der momentanen Alltagsbelastung bliebe jedoch wenig Zeit über weitere Wünsche zu reflektieren.

 

Frau Eschmann erklärt, dass sie sich hierbei Frau Kleins Ausführungen anschließe. Sie bedankt sich für die Möglichkeit, Wünsche im Ausschuss zu äußern. Wenn Bedarfe entstünden, würde man den Kontakt suchen. Sie unterstreicht ebenfalls, dass momentan wenig Zeit bliebe, Wünsche zu formulieren.

 

Herr Simon – CDU-Fraktion – bedankt sich abschließend bei den Lehrer*innen und den anwesenden Schulleiterinnen für die geleistete Arbeit während der Corona-Pandemie und wünscht diesen eine erholsame Zeit während der Sommerferien und einen guten Start in das neue Schuljahr.