TOP Ö 6: Angebote zur Betreuung von Kindern aus Flüchtlingsfamilien und vergleichbaren Lebenslagen in Schwerte
Berichterstatter: Herr Andreas Pap, Jugendamt

Herr Langner teilt mit, dass im Mai 2015 das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW zum ersten Mal über die Möglichkeit informiert habe, vor Ort in Zusammenarbeit mit freien Trägern Flüchtlingskinder und ihre Eltern in Bezug auf die Integration der Kinder in die Struktur der Kindertageseinrichtungen in NRW, zum frühzeitigen Spracherwerb und später zur Integration in unser Schulsystem zu unterstützen. In ersten Trägergesprächen im Mai 2015 seien freie Träger in Schwerte und der AK Asyl über die zur Verfügung stehenden Mittel informiert worden: für bis zu 5 betreute Kinder gewährt das Land für eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter pro Stunde 30 €. Die Mittel werden beim Jugendamt beantragt, das dann die Anträge an den LWL weiterleitet. Nach Bewilligung der Mittel durch den LWL können sie wiederum beim Jugendamt abgerufen werden.

 

Für das Jahr 2015 seien Projektmittel in Höhe von 33.660 € beantragt und ausgezahlt worden. Im Jahr 2016 sei trotz intensiver Werbung bei den freien Trägern nur ein geringer Anstieg der Betreuungsmöglichkeiten erzielt worden. Erst durch die direkte Ansprache einiger freier Träger in den Ortsteilen mit Flüchtlingsunterkünften konnte eine deutliche Ausweitung der Betreuungsmöglichkeiten erreicht werden. Es konnte erreicht werden, dass an allen Standorten mit Flüchtlingsunterkünften Spiel- und Betreuungsangebote für Eltern und Kinder im Alter von 0 - 6 Jahren bereit stehen:

 

  • Grünstr. (Container-Siedlung), Betreuung durch die AWO
  • Westhofen, Meinerweg, Betreuung durch den Jugendtreff Westhofen
  • Villigst, Betreuung durch Kinderland Villigst e. V.
  • Stadtmitte, Betreuung durch Prisma Bildungsplattform
  • Zum großen Feld, (Holzen), SKF
  • Kurzer Morgen (Geisecke), SKF
  • Auf dem Hilf, Ev. Gemeindehaus, Ev. Kirchengemeinde.
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Im Jahr 2017 werden voraussichtlich 244.000 € für die Betreuung von Kindern in Schwerte verausgabt werden. Es handele sich dabei ausschließlich um vom Land NRW bereitgestellte Mittel.

 

Auf Nachfrage von Frau Hosang teilt Herr Langner mit, dass die Arbeiterwohlfahrt in der Grünstraße in einem frei stehenden Ladenlokal eine Kinderbetreuung eingerichtet habe. Die Eltern können dort auch gleichzeitig Sprachkurse belegen.

 

Herr Langner erklärt auf Nachfrage von Frau Meise, dass alle Kinder in einer Kinderbetreuung untergebracht seien. Die Kinder sollen auch nicht sofort vermittelt werden, sondern möglichst erst nachdem die Eltern in Schwerte eine Wohnung gefunden haben. Somit müssen die Kinder die Betreuungsstätte nicht wechseln.

 

Auf Nachfrage von Frau Roguschak führt Herr Langner aus, dass man bemüht sei, die dreijährigen Kinder in einer Kindertageseinrichtung unterzubringen. Zurzeit seien nur sehr wenige Kinder über 3 Jahre alt, davon besuchen ca. 97 % eine Kindertageseinrichtung.

 

Herr Langner teilt auf Nachfrage von Frau Meise mit, dass die Anbindungen zwischen den Migranteneltern und den jeweiligen Kindertageseinrichtungen für die Flüchtlinge zwar noch etwas fremd, aber sehr herzlich sei. Für die Kontaktaufnahme sei den Flüchtlingen die deutsche Sprache sehr wichtig.