TOP Ö 6: Bericht der Gleichstellungsbeauftragten

Beschluss:

 

 

 


 

Frau Wippermann trägt nachfolgende Berichte vor.

 

Bericht von der Frauenversammlung am 4. März

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist längst in aller Munde, doch dabei wird meist an die Sorge für die Kinder gedacht. Viele Frauen und Männer haben jedoch ein zweites „Vereinbarkeitsproblem“, weil sie z.B. ihre alten Eltern versorgen und pflegen. Von den rund 2,1 Millionen Pflegebedürftigen werden in Deutschland fast eine Million ausschließlich von Angehörigen zuhause betreut – zu etwa 75 Prozent von Frauen. Dazu kommen noch einmal fast 500.000, die zuhause leben und (zusätzlich) die Hilfe von Pflegediensten in Anspruch nehmen. Bei der Umsetzung des Leitbildes „ambulant vor stationär“ und dem (wenngleich geringen) Pflegegeld für Angehörige setzt die deutsche Pflegeversicherung auf das klassische Familienmodell mit leicht modernisierter Arbeitsteilung: Der Mann ist Haupternährer, die Frau Hinzuverdienerin – mit der Hauptverantwortung für Kinder und/oder für Alte zu sorgen. Erst im Rentenalter holen Männer auf, doch dann wird auch ihre Sorgeleistung selten wahrgenommen und kaum anerkannt.

Auf der Frauenversammlung am 4. März gab Heike Messer von der Ökumenischen Zentrale neben den rechtlichen Informationen für Berufstätige hilfreiche Tipps rund um das  Thema Beruf und Pflege. Sie stellte Beratungs- und Entlastungsangebote in Schwerte vor.

Nach einer Expertise der Friedrich-Ebert-Stiftung pflegt eine Angehörige im Durchschnitt 36,7 Wochenstunden oder 5,2 Stunden täglich. Damit der Spagat zwischen Beruf und Sorge gelingt, wäre es sehr hilfreich, wenn die Stadtverwaltung gute Rahmenbedingungen für diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe ermöglicht. Es ist wichtig, dass die betroffenen Beschäftigten am Arbeitsplatz Verständnis und Wertschätzung ihres häuslichen Engagements erfahren. Da auch der Altersdurchschnitt der Beschäftigten der Stadtverwaltung Schwerte stetig steigt, sind die  Belange der zukünftig Betroffenen in den Blick zu nehmen. Das Thema Beruf und Pflege gehört somit auf die Agenda einer familienfreundlichen Personalpolitik.

 

Internationales Frauenfest

Am 6. März  fand das Internationale Frauenfest in der Rohrmeisterei statt. 250 zahlende Gäste erwirtschafteten mit je einem Euro des Eintrittsgeldes eine Spende von 250€ für die Interkulturelle Mutter-und-Kindgruppe. Bemerkens-wert war der Auftritt der AWO Frauen aus der Kita-Beckestraße mit ihrer selbstgestalteten nachhaltigen und tragbaren Mode. Die Veranstaltung wurde insgesamt in allen Rückmeldungen  positiv beurteilt.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen mobilisiert zum bundesweiten Aktionstag für Entgeltgleichheit am 21. März   „…. und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen“

Am 21. März  haben Frauen bundesweit dasselbe Durchschnittseinkommen erzielt, wie Männer bereits am 31.12.2013. Frauen müssen demnach 80 Tage länger arbeiten, um die Entgeltlücke von 22 % aufzuholen. Bei den 22 % handelt es sich um eine statistische Größe, deren Bestandteile verschiedene Ursachen haben:

Obwohl Frauen inzwischen die besseren Schulabschlüsse haben, wählen sie häufig eher traditionelle Frauenberufe, die in der Regel schlechter bezahlt werden. Nach wie vor gehören Berufe wie Verkäuferin, Bürokauffrau, Friseurin, Industriekauffrau oder zahnmedizinische Fachangestellte zu den TOP 10 der Berufswünsche Ausbildungsplatz suchender Frauen im Kreis Unna. Auch sind es die Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen, um sich der Betreuung der Kinder oder der Pflege von Angehörigen zu widmen. Dieser Berufsausstieg bremst häufig den Karriereweg und führt dazu, dass die Frauen auf einer niedrigeren Qualifikationsstufe einsteigen und zunächst in Teilzeit oder im Minijob wieder arbeiten. Die Gründe für die Benachteiligung beim beruflichen Wiedereinstieg sind vielfältig. Unter anderem werden Führungsposten häufig nur in Vollzeit besetzt oder die Weiterbildung findet häufig nur in Vollzeit statt. Nicht ausreichende Kinderbetreuung führt häufig dazu, dass eine Ausdehnung auf Vollzeitbeschäftigung oft nicht möglich ist.

 

Die Beschäftigtenstatistik im Kreis Unna zählte zum Stichtag 31.03.2013 insgesamt 110.949 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Frauenanteil lag hier bei 44,6 %. Darunter waren 77.165 Vollzeitbeschäftigte (Frauenanteil 30,7 %) und 27.298 Teilzeitbeschäftigte (Frauenanteil 83,7 %). Von den kreisweit 34.476 geringfügig Beschäftigten betrug der Frauenanteil 64 %.

 

Ein großes Problem ist nach wie vor, dass Frauen rund ein Viertel weniger verdienen als Männer, im Laufe ihres Lebens deutlich weniger Vermögen erwirtschaften und am Ende von einer Rente leben, die durchschnittlich 60 Prozent niedriger ist, als die von Männern.

 

In diesem Jahr hatte der Equal Pay Day das Thema  „…. und raus bist du? Minijobs und Teilzeit nach Erwerbspausen“. Die Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen hisste um 10 Uhr drei Flaggen vor dem Rathaus und beteiligte sich im Anschluss an der Veranstaltung in Unna. Die Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet und die Gleichstellungsstellen des Kreises Unna und der Stadt Unna, gemeinsam mit dem Jobcenter Kreis Unna und der Agentur für Arbeit Hamm organisierten ein Red Dinner vor dem Rathaus in Unna, unter dem Motto „Lass dich nicht abspeisen“. Interessierte Frauen und Männer haben sich bei Brezeln und Getränken über Minijobs und Teilzeitarbeit  informiert und mit Vertreterinnen und Vertretern aus  Politik und Wirtschaft diskutiert. Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, Guntram Schneider, Stand betroffenen Frauen Rede und Antwort.

 

Weibsbilderabend

  • Am 25. März durchgeführt:

Frau Holle, die vielseitige und faszinierende Figur der europäischen Mythologie, musikalisch mit der Dulcimer von der Sängerin Jessica Burri vorgestellt, trifft auf die Hebamme und Frauengesundheitsexpertin Rita

Schlierbach-Walter

 

Frauenempfang des Bürgermeisters am 10. April

Die Bilderausstellung ‚Farben meiner Heimat‘ wird an diesem Abend eröffnet und ist bis zum 16. Mai in der Rathausgalerie zu sehen. Neun Frauen mit iranischen, türkischen und deutschen Wurzeln haben im Rahmen eines Projektes des Grete-Meißner-Zentrums unter der künstlerischen Leitung von Karin Vogel 36 Exponate gemeinsam gemalt. Ursula Meise und die Künstlerinnen führen thematisch und Emmi  Beck  und Cahide Kuru literarisch in die Ausstellung ein.

Jule Vollmer, die sich der Verbindung satirischer Literatur und Musik widmet, stellt Auszüge aus ihrem Programm „Über Frauen, die im Leben stehen“ vor.

In der ersten halben Stunde präsentieren Frauen aus der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen ihre Projekte und Arbeitsschwerpunkte.

 

Besichtigung der Moschee in der Beckestraße mit dem frauenpolitischen Netzwerk AG Frauen am 2. April um 18 Uhr

Geplant ist hier den interkulturellen Dialog fortzusetzen. Durch den gemeinsamen Austausch will die AG Frauen auch Frauen mit Zuwanderungsgeschichte für die frauenpolitische Arbeit interessieren.

 

Seminare im Kontext des Frauenförderplans

  • Selbstcoaching- Kommunikation im Berufsalltag für Frauen
  • Selbstcoaching- Kommunikation im Berufsalltag für Männer
  • zweistündige Info-Veranstaltung zu den Themen Mobbing und sexuelle

Belästigung am Arbeitsplatz am 6. November

  • Vertiefendes Seminar für Führungskräfte zum Thema Mobbing

 

Frau Meise ergänzt bezogen auf den Equal Pay Day, dass in Europa 27 Länder, die in den Gehältern gleich auf sind, vertreten seien. Deutschland sei von der 24. Position auf den letzten Platz abgerutscht.