TOP Ö 5: Patenprojekt an Schulen Berichterstatterin: Frau Birgit Roll, Eintracht Hauptschule

Beschluss:

 

 

 


Frau Roll beschreibt das Patenprojekt als eine Einrichtung, die vor 6 Jahren ins Leben gerufen worden sei, um Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt vorzubereiten. Das Projekt versuche dabei, die Defizite der familiären Berufsorientierung aufzufangen. In der Vergangenheit habe es schon aus vielen Bereichen Paten gegeben, die die unterschiedlichsten privaten oder beruflichen Erfahrungen in die Schulklassen eingebracht hätten. Da dieses Projekt gut funktioniert habe und sich Schule weiterhin nach außen öffnen müsse um lebensnah und praxisbezogen arbeiten zu können, suche sie für neue Projekte Paten, die ihr „Know-how“ einbringen könnten.

 

Im Folgenden beschreibt Frau Roll zwei Arbeitsfelder, in die die Erfahrungen zukünftiger Paten einfließen könnten.

 

So gebe es im ersten Feld die Möglichkeit, sich als Zeitzeuge einzubringen. Dabei könnte z.B. aus der Zeit des Nationalsozialismus erzählt werden, denn oft würde die Gelegenheit fehlen, Eltern oder Großeltern zur eigenen erlebten Geschichte zu befragen.

Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, als Fachmann bzw. -frau über die Arbeit in Betrieben zu berichten, da den Schülerinnen und Schülern oft nicht klar sei, wofür sie lernen würden.

Darüber hinaus könne sich aber auch in die Arbeit spezieller Arbeitsgruppen eingebracht werden. Hier sei als Beispiel aus der Vergangenheit besonders der Workshop gegen Stammtischparolen zu nennen.

 

Im zweiten Feld gehe es um eine 1:1-Betreuung bei familiären oder individuellen Problemsituationen. Auch hier habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass Ratschläge der Paten besser angenommen würden, als Ratschläge von Lehrerinnen und Lehrern. Es würden Personen gesucht, die auf Grund ihrer persönlichen Autorität, der Herkunft oder des besonderen Werdeganges die Moderation bei Problemsituationen zwischen Eltern und Lehrern, Eltern und Schülern oder Schülern und Schülern übernehmen könnten.

 

Frau Roll habe nun den Auftrag, dieses Patensystem mit unter Schweigepflicht stehenden Paten auszubauen. Sie lasse allerdings nicht unerwähnt, dass der Einsatz der Paten vom Bedarf und Abruf der Lehrerinnen und Lehrer oder auch der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter abhänge.

 

Frau Akdeniz bestätigt die letzte Äußerung von Frau Roll, da es in der Vergangenheit des Öfteren die Situation gegeben habe, dass Paten ihre Arbeit anbieten wollten, die Schulen hierfür aber keinen Bedarf sahen.

Frau Roll bestätigt dies, hofft aber, dass sie als Lehrerin die Schulen zukünftig besser einbinden könne. Interessenten, die sich in einem der vielfältigen Bereiche, vielleicht aber auch nur als Dolmetscher, für die Aufgaben eines Paten interessieren würden, sollten sich bei ihr melden. Der Kontakt könne aber auch über den Geschäftsführer des Integrationsrates hergestellt werden.

 

Herr Czichowski würdigt das Patensystem als ein auch interkulturell sehr wichtiges Angebot. Er hebt dabei hervor, dass sowohl in diesem System als auch bei der Arbeit im Elsebad ein ehrenamtliches Engagement sehr gut möglich sei.