TOP Ö 3: Bericht über die Arbeit des Pflegestützpunktes Unna - Berichterstatterin: Frau Katharina Engel

 

Frau Engel vom von der AOK errichteten Pflegestützpunkt Unna berichtet, dass sie im vergangenen Halbjahr 26 Beratungen im Pflegestützpunkt durchgeführt habe, wobei in 6 dieser Fälle eine anschließende Beratung in der häuslichen Umgebung stattgefunden habe. Von den 44 telefonischen Beratungen fand anschließend bei 4 Fällen eine Beratung zu Hause statt. Insgesamt seien also 70 Personen beraten worden, von denen 17 Personen nicht bei der AOK versichert gewesen seien. Die häufigsten Beratungsthemen bezogen sich auf die Höhe der Pflegeleistungen, die Ansprüche gegenüber Sozialämtern, Fragen zur Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen, Möglichkeiten der Hilfsmittelversorgung, Fragestellungen rund um das Betreuungsrecht und Vollmachten, Rezeptgebührenbefreiung und Fahrtkostenzuzahlung, Schwerbehindertenangelegenheiten und zusätzliche Betreuungsleistungen nach dem SGB XI. Eine durchschnittliche Beratung dauerte laut Frau Engel ca. 40 Minuten, wobei einzelne Beratungen inklusive eines Hausbesuches mit der notwendigen An- und Abfahrt, dem Kontakt zu Angehörigen und Pflegeeinrichtungen, einer Wohnumfeldverbesserungsmaßnahme, dem Erstellen eines Versorgungsplanes und der abschließenden Dokumentation auch schon wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen hätten.

 

Frau Beck bittet Frau Engel kurz zu erläutern, was ein Pflegestützpunkt sei, warum er eingerichtet worden sei und ob die Einrichtung reibungslos vonstatten gegangen sei.

Frau Engel erklärt, dass es im Kreis Unna den Pflegestützpunkt Kamen von der Verbraucherzentrale , den Pflegestützpunkt Lünen von der Knappschaft und den Pflegestützpunkt Unna von der AOK Westfalen-Lippe gebe und dass die Einrichtung der Pflegestützpunkte zwar nicht reibungslos umgesetzt worden sei, aber der gesetzliche Auftrag erfüllt werden müsse. Im Unterschied zu der alten Pflegeberatung sei in den Pflegestützpunkten die Beratung von Fremdversicherten mit inbegriffen.

 

Auf die Frage von Frau Timmer, ob auch andere Krankenkassen einen Stützpunkt hätten einrichten können, antwortet Frau Engel, dass dies möglich gewesen sei, aber keine anderen Kassen dazu bereit gewesen seien.

 

Die Frage von Frau Matussek, ob auch Menschen mit Migrationshintergrund in den Pflegestützpunkt kämen, kann Frau Engel auf Grund fehlender Erhebungen nicht genau beantworten. Sie schätze den Anteil aber auf maximal 5 %. Auch über die Anzahl der aus Schwerte kommenden Ratsuchenden könne Frau Engels keine Angaben machen.

 

Herr Allendörfer möchte wissen, was der Pflegestützpunkt Unna unternehme, um den Bekanntheitsgrad zu verbessern, da dieser praktisch gleich Null sei. Seiner Meinung nach hätte das bestehende Beratungsnetz vollkommen ausgereicht und die per Gesetz verordneten Pflegestützpunkte seien ein Musterbeispiel dafür, wie Bürokratie aufgebläht werden könne und unnötige Kosten verursacht würden.

Herr Bernhardt ergänzt, dass in Schwerte in den Seniorenpflegeheimen, im Grete-Meißner-Zentrum und in den ambulanten Pflegestationen umfassend und neutral beraten werde und das in einer wesentlich höheren Quantität als vom Pflegestützpunkt Unna beschrieben. Darüber hinaus biete Frau Bubenheim zusätzlich montags und mittwochs eine Beratung im Calvinhaus an. Es könne auch in der heutigen Zeit keinem älteren Menschen oder seinen Angehörigen mehr zugemutet werden, für eine Pflegeberatung nach Unna zu fahren, sondern es müsse eine ortsnahe Beratung angeboten werden und diese sei in Schwerte auch vorhanden.

Frau Engel bemerkt, dass sich nach ihrem Wissensstand die Pflegestützpunkte in einer zweijährigen Erprobungsphase befänden und es jetzt darum gehe, die Pflegestützpunkte den Gesetzen entsprechend zu organisieren und sie der Bevölkerung des gesamten Kreises zur Verfügung zu stellen.

Herr Allendörfer schlägt vor, die Beratungstermine in der Presse unter der Rubrik „Was ist los in der Stadt“ zu veröffentlichen.

Frau Beck regt an, dass sich der Sprecherkreis damit beschäftigen sollte, wie die Angebote zur Pflegeberatung in Schwerte bekannter gemacht werden könnten.

Herr Neuser ergänzt, dass Informationen über die Pflegestützpunkte auch an die Ärzte weitergegeben werden sollten.

 

Frau Timmer fasst zusammen, dass der Gesetzgeber den Kommunen und Kreisen die Pflegestützpunkte übergestülpt habe, ohne auf die Sachlage vor Ort zu achten. Die Hilfesuchenden aus Schwerte würden zunächst eher die örtlichen Beratungsstellen aufsuchen. Erst wenn sie dort nicht zurecht kämen, würden sie sich eventuell an den Pflegestützpunkt in Unna wenden.